Weihnachtszeit – alt und neu zugleich

Dezember 25th, 2013

Weihnachtsmotive überall
Weihnachtsgeschenke, -gedichte, -karten, -bäume, -männer, in Verbindung mit allen möglichen Produkten und Veranstaltugen. Inzwischen gibt es wahrlich kaum etwas, das sich dem Weihnachtsmarkt entzieht. Achja, Weihnachtsmarkt, auf manchen Märkten unter freiem Himmel zählt noch Tradition.  Und es findet sich manches jenseits von Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Man denke nur an den berühmten Flaschenteufel, die gestrickten Socken oder Eselssalami. Ansonsten geht das Weihnachtsmotiv über Coca Cola – “wer hat’s erfunden?” bis hin zu den Seiten mit den Filmchen für Erwachsene. Die Weihnachtsfrau hat da halt untenrum nichts an. Eigentlich noch schwerer vorzustellen, als die Nummer mit den fliegenden Renntieren.

Volle Geschäfte – volle Kirchen – volle Kneipen – volle Flugzeuge
Vermutlich aufgrund der starken Einzelhändlerlobby gibt es inzwischen kaum noch die Versuche, zwischen Christkind, Nikolaus, Weihnachtsmann und Jesus zu differenzieren. Und auch – zumindest die jüngeren – Freunde buddhistischen, muslimischen oder jüdischen Glaubens gratulieren zum Weihnachtsfest, haben Geschenke gekauft, verschicken Weihnachtsmails oder -karten. Christus eint unauffällig die Welt? In Verbindung mit ausgeprägt kapitalistischen Marketingpakten dann unfreiwillig schon. Die großen Kirchen in Deutschland haben sich zwar Terrain zurück erobert, sind immer noch in bester Sendezeit dabei – aber wie die Privatsendervielfalt nahe legt – auch hier bedeutet nicht weiterentwickeln eindeutig Rückschritt. Das zeigt sich auch in den Weihnachtsandachten. Kirche voll – aber nicht so wie gedacht. Dafür sind die Bars und Szenekneipen erstaunlich gefüllt. Und die Flugzeuge ins Warme oder die Autobahnen in die Skigebiete.

Das Weihnachtsfest erhalten
Eine Hoffnung gibt es vielleicht: die ultimative Verbindung zwischen Wellness, Relax, Familientherapie, Sport, Kochwettbewerb und Familienkultur. Früher ging das automatisch. Heute müsste man eventuell ein Event dazu inszenieren. Auf Basis der guten alten Weihnachtszeit natürlich. Manche haben schon angefangen. Danger-Freaks – Burning-Candle-Adventures für den Baum mit echten Kerzen , Chill-out-Chicha-Installation statt Räuchermännchen? Es hilft vielleicht schon, wenn man die Elektrokerzen wieder verbannt. So geschehen im Familienumfeld. Und siehe da, ein Eimer mit Löschwasser ist griffbereit gestellt. Schwer zu bekommende – und natürliche, wenig EU-konforme Kerzen wurden entzündet. Man muss sich doch tatsächlich wieder voll auf den Weihnachtsbaum konzentrieren. Die ganz älteren unter uns wissen: früher war der Baum wohl das Wichtigste. Und eine echte Überraschung. Dazu noch besungen – ganz ohne Playback. Frohe Weihnachtzeit!

Ersatz für Wehr- und Zivildienst und Hilfe für viele ältere Menschen

April 12th, 2012

Schön, wenn man ein wenig nachdenkt, bevor man Dinge abschafft. Noch schöner, wenn man die Gelegenheit nutzen würde, stattdessen etwas sinnvolles zu schaffen. Nachfragen haben ergeben, die jungen Menschen wären eigentlich bereit. Das zeigt sich auch an den vielen Bewerbungen zum Bundesfreiwilligendienst (Bufdi). Warum nicht etwas schlaueres tun. Das Dienstjahr für die Gesellschaft ist die Lösung. Junge Männer UND Frauen wären verpflichtet (Ausnahmeregelungen sind nicht schwer) ein Jahr Dienst für die Gesellschaft zu leisten. ALLE jungen Männer und Frauen die hier leben. Man könnte sich so raussuchen, ob man das Jahr bei der Bundeswehr leistet, seltene Vögel zählt, alten Menschen hilft,  als Rettungssanitäter hilft, mit geistig behinderten lebt, Blinde führt, und vieles mehr. Die Regelung mit Feuerwehr, Rotkreuz und THW könnte ebenso bleiben, wir eine Art “freiwillige Wehrpflicht”. Und plötzlich hätte man Hilfe für die rasant steigenden Pflegefälle,  Unterstützung für die überall fehlenden Sozialarbeiter, Assistenz, wie von der UN-Charte vorgeschrieben für Menschen mit Behinderung. Man fragt sich, ob nicht eine Partei das in ihre Agenda nehmen könnte. Initiative ist gefragt.

28. Woche 2010 Spiegel kommt mit Homöopathie verquer

Juli 20th, 2010

Kein Durchblick? Lobbyismus? Unfähigkeit? Die alten Vorurteile nochmal aufgekocht und sommerleicht serviert. Schade um die Zeit für’s Lesen. Mit guter journalistischer Arbeit hat das leider nichts zu tun. Vielleicht sollte sich die Redaktion mal den Spiegel vorhalten?

Kommunikation in der Politik

Oktober 23rd, 2009

Wie bei guter Unternehmenskommunikation gilt auch für die Politik der Satz: Lügen haben kurze Beine. Deswegen zitiere ich gerne die frühere Verbraucherministerin Renate Künast, die von einer künftigen “Koalition der kurzen Beine” spricht. Sprachgewaltig, wie der Begriff “Schattenhaushalt” nimmt die Opposition sich der noch nicht gebildeten Regierung an. Ein Ergebnis steht schon fest, die Kommunikation ist stark verbesserungswürdig. Oder sie ist schlauer als alle gedacht haben. Denn des Volkes Meinungsäußerung hat schon manche Initiative verhindert. Seien wir alle gespannt, was der Wähler davon “merkelt” und wann. Obwohl Langmut, auch eine PR-Tugend, unter Umständen nach dem Fall kommt, fragt man sich doch, wie lange sich das Wahlvolk noch mit Unwahrheiten, Ungerechtigkeiten und krassen Umverteilungsaktionen zu Lasten der Schwächsten abspeisen läßt.

Die armen Banken – endlich wird es mal benannt

Januar 21st, 2009

Das “Unwort des Jahres” passt wirklich hervorragend. “Notleidende Bankenwirtschaft!” Man stelle sich das vor. Erst die Krise herbeiführen, dann Steuergelder kassieren. Und alles auf extrem hohem Niveau. Bleibt nur zu hoffen, dass die Beträge nicht als verlorene Subvention in die Caiman-Konten versickern. Sondern dass, wie bei jedem anderen Unternehmer oder Bürger auch, die Kredite zurückgezahlt werden. Ob Staatsaufsicht dabei so hilfreich ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Dass man den Instituten auf die Finger schauen – und eventuell auch hauen muss, dürfte trotz geschickter Wortwahl nun endgültig jedem klar sein.

Adventsgedicht vom Rentier

Dezember 2nd, 2008

Das Rentier
steht bereit,
für die schöne
Weihnachtszeit,
haste Töne.
Denn auf vier

Hufen soll es fliegen,
wird wohl daran liegen,
dass die Flügel fehlen,
lässt sich nicht verhehlen.

Doch jeder, der das Lüge nennt,
hat keine Ahnung vom Advent.
Warten, freuen, hoffen,
das läßt manches offen.

Wer hier nur vernünftig denkt,
sollte sich vorsehen,
sonst könnt’ es geschehen,
dass ihm niemand etwas schenkt.

Schöne Adventszeit wünscht Euch jext,
Olaf E. Jahnke, Komintext.

Passwörter und Kenncodes

Oktober 15th, 2008

Die Standardfragen

Wo hebe ich sie auf, wenn ich sie habe? Wie kann ich mir eine Eselsbrücke bauen? Werde ich dement? Warum fällt mir etwas nicht ein, woran ich mich ohne weiteres immer und jederzeit erinnern konnte?  Warum kostet mich diese Zahlen- und Passwordsucherei soviel Lebenszeit?

Immer mehr haben sie – aber wie kommen die Menschen bloß damit zurecht, fragt man sich angesichts der Fülle. Und wie mögen es erst die älteren Pass- und Kennzahlbenutzer halten, wenn auch schon die jüngeren Kandidaten an ihrer Gedächtnisleistung zweifeln. Also ich verrate jetzt nicht, wo ich die Zahlen und Wörter verstecke. Aber seit ich in Argentinien mal verzweifelt in meinem Gedächtnis nach einer Mobiltelefon-Kennnummer suchen musste, die sonst immer präsent war – und nur vorübergehend “außer Reichweite”, habe ich eine Lösung gefunden. Ansonsten rate ich zur Einfachheit. Und zum Buchstaben-Zahlen-Mix. Und zur Gelassenheit. Wenn das große T-Untenehmen sowieso jedem die Daten zur Verfügung stellt, ist es wohl besser, Gelassenheit zu bewahren. Und die wirklich wertvollen Informationen und Dinge sind wohl in einer Truhe an unauffälliger Stelle vergraben  am sichersten…

American Express und das geschlechtsspezifische Krebsrisiko

August 7th, 2008

Memento-Mori-Akquise: mindestens so hart wie das Leben!

Memento Mori, an die Sterblichkeit zu denken, ist eine Konsequenz vieler philosophischer und religiöser Betrachtungen. Unter dem Marketingaspekt hatte ich nun eher selten mit diesem Phänomen zu tun. Mitten am Tag klingelt neulich das Mobiltelefon. “Guten Tag, meine Name ist (tut nichts zur Sache) von American Express. Hätten Sie kurz Zeit?” fragt eine sympathische Jungmännerstimme. “Nein”, sage ich, “eigentlich muss ich noch einen Artikel fertigstellen – gibt es ein Problem?”. Daraufhin verspricht der junge Mann, er werde gleich zur Sache kommen. Ob ich das Zusatzangebot schon kennen würde, fragt er. Mein Nein nimmt er erfreut auf – denn er könne mir nun ein interessantes Angebot machen: die günstige Versicherung von geschlechtsspezifischen Krebserkrankungen. Ich denke, nein doch – American Express und geschlechtsspezifischer Krebs? Das möchte ich nun genauer wissen – und frage nach, um welche Arten von Krebs es da ginge. Der Mann plaudert unverholen über Brüste, Hoden und Gebärmütter. Gut, denke ich, das ist eigentlich auch das Normalste von der Welt aber krebsbefallene Brüste hatte ich als persönliche Erfahrung schon im Programm. Und ein Freund ist an Prostatakrebs gestorben. Ich hätte gerade eine Vorsorgeuntersuchung gehabt, erzähle ich, mir gehe es gut. Dann komme ich über mich selbst ins Trudeln. Was erzähle ich da eigentlich wem? Möchte ich mich wirklich mit einem wildfremden Menschen mit klar definiertem monetären Interesse über das Memento Mori und Defizite an intimsten Körperstellen auseinandersetzen? Doch lieber nicht. Um der Sache ein Ende zu bereiten, fahre ich eine Doppelstrategie. Einmal möchte ich wissen ,was das kostet. Daür muß ich meinen Geburtstag verraten. “Achtzehnfuffzich” kommt die rasche Replik, “im Monat”. Ich bedanke mich höflich und gratuliere dem Akquisiteur zu seine humorvollen Gelassenheit bei diesem heiklen Thema. Weiterhin gestehe ich ihm, dass ich zuerst gedacht hätte, meine Freunde hätten mich in eine dieser superpeinlichen Comedy-Radioshows vermittelt. Nachdenklich über Humor, Gürtellinien, Memento Mori, Gewinnstreben, meine erkrankten Freundinnen und Freunde aber vor allem über guten Geschmack mache ich mich an meinen Text. Nein, den Mann beneide ich nicht um seinen Job.

Tettnang – Bürgerentscheid zum Verkehrskonzept

Juli 22nd, 2008

Bürgerentscheid gewonnen – Kampf um Verkehrsberuhigung verloren?

Schön, wenn die demokratischen Instrumente funktionieren. Beruhigend, wenn die Entscheidungen von Bürgermeister und Gemeinderat nicht nur von Gutachtern gestützt werden. Das einzig Beunruhigende ist, wie unter Druck die Argumente sich biegen. War vor dem Wahlgang zur Befragung noch klar, dass eine Aussenumgehung nicht wegdiskutierbar notwendig ist, zur wirklichen und dauerhaften Verkehrsentlastung, so sind Positionen inzwischen interpretierbar geworden. Das sollte nicht sein. Wer sich an die Fakten hält, muss die Umfahrung – ob Nord oder Süd – im Auge behalten. Vielleicht könnte man ja eine neue Bürgerinitiative  in Tettnang gründen. Vom Abwarten und der Konzentration auf die innerörtlichen Baustellen allein wird tatsächlich in Jahren nichts geschehen. Deswegen könnte es sogar sein, dass man sagen müsste: “nach dem Entscheid ist vor dem Entscheid!?”. Welche Partei sich dieses Themas annehmen wird, läßt sich noch nicht feststellen. Die Grünen wohl eher nicht – obwohl das für sie ein passendes Betätigungsfeld sein könnte. Entlastung in der Stadt schaffen – Ökologische Belastung auf dem Land verhindern. Oder für die CDU, die zeitgemäßes, wachstumsorientiertes, wirtschaftsförderndes Vorgehen propagieren müsste. Auch die SPD könnte eigentlich auf ein weitergehendes Verkehrskonzept setzen, mit Entlastung nach dem Vernunfts- und Solidaritätsprinzip sowie einer bürger- und einzelhandelsfreundlichen Verkehrspolitik mit der Umfahrung. Was die freien Parteien angeht, läßt sich das schwer prognostizieren, vermutlich müsste man dazu die Eigentumsverhältnisse vor künftigen Planungen analysieren. Schließlich bleibt noch die engagierte Bürgerinitiative. Vielleicht möchte die ja diesmal ein wenig dezidierter und inhaltlich genauer vorgehen – um nicht gegen alle antreten zu müssen. Denn die Umgehungsstraße, auch mit Teilfinanzierung der Gemeinde, hat sicher eine Chance für eine Mehrheit in Tettnang.

Von Wintern und Milben – eine ökologische Anleitung, die es unerwünschten Bettgenossen schwer macht!

März 6th, 2008

Ein lustiges Tabu-Thema, wenn man bedenkt, dass man damit täglich zu tun hat.
Ich warte schon recht lange auf eine Nacht wie gestern und einen Tag wie heute.
Denn die Winter sind einfach zu warm. Zu warm um auf traditionelle Weise, die Bettwäsche zu pflegen. Denn, seien wir ehrlich, von Milben hat jeder schon gehört – und jeder pflegt, ähnlich wie bei dem Thema Zecken, einen gewissen Respekt davor. Wie funktioniert das nun? Ganz einfach! Man warte auf einen richtigen Wintertag, was in unseren Höhen oder Breiten gar nicht mehr so einfach ist. Der muss richtig “lausig” kalt sein. Denn früher hatte man nicht die Milben, sondern die Läuse im Sinn, denen man den freundlichen ökologischen Kältetod zukommen lassen wollte. Nun lässt man die Bettdecken und Kopfkissen oder Matrazen so lange draußen, bis man sicher sein kann, dass hier kein Leben mehr übrig ist. Das dürfte nach etwa vier Stunden bei Minus fünf Grad zum Beispiel erreicht sein. Wer dann am nächsten Tag sein Bettzeug noch in die Wintersonne legt, hat ein ganz kuscheliges neues Schlafgefühl – und für eine Weile Ruhe vor den unangenehmen Bettgenossen.

Ja